Inhalt der Website: Elegie - Meine Schwester Esther Sasson-Giovanoli verstarb in ihrem 47. Altersjahr viel zu früh und völlig unerwartet am 25. Januar 2006 in ihrer Wahlheimat Israel. Mario Giovanoli schrieb zwischen Februar 2006 und Juni 2007 ein Erinnerungswerk, welches auf sieben ausdrucksstarken, thematisch bezogenen Gedichten meiner Grosstante Maria Lutz-Gantenbein basiert. Während diesem Prozess entstand in mir die Idee einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit einem israelischen Chor und einem schweizerischen Orchester. Geplant sind Konzerte in Chur, Zürich, St. Gallen und Liechtenstein.
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Meine Schwester Esther Sasson-Giovanoli verstarb in ihrem 47. Altersjahr viel zu früh und völlig unerwartet am 25. Januar 2006 in ihrer Wahlheimat Israel. Sie hinterliess 3 Töchter und ihren Ehemann.
Als Mitglied des Gemeinderats beeinflusste sie den äusserst schwierigen Wandel des Dorfes vom konservativen zum modernen und trotzdem auf traditionelle Werte verhafteten Gemeinwesen mit ihrer unbeirrbaren und positiven Kommunalarbeit massgeblich. Den schwierigen Spagat zwischen Kultur, Politik und Religion praktizierte Esther sowohl in ihrem Alltag in Israel, als auch während ihren jährlichen Besuchen in der Schweiz und dies stets auf ihre selbstverständliche und geradezu bewundernswert natürliche Art.
Diese für mich absolut vorbildliche Haltung und Lebensphilosophie, praktiziert in einer immer intoleranter, politisch brisanter und zwischenmenschlich kälter werdenden Welt, wollte ich nach ihrem Tod durch meine Musik weiter tragen. Ich schrieb zwischen Februar 2006 und Juni 2007 ein Erinnerungswerk, welches auf sieben ausdrucksstarken, thematisch bezogenen Gedichten meiner Grosstante Maria Lutz-Gantenbein basiert. Während dieser Schaffensperiode entstand in mir die Idee einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit einem israelischen Chor und einem schweizerischen Orchester.
Es sollte aber nicht nur ein Musikstück zum Andenken an die Verstorbene entstehen. Worte und Klänge sind seit jeher in unserer Zivilisation die perfekten Transportmittel für sämtliche zwischenmenschlichen Ausdrucksformen. Sie fördern die Kommunikation und den Gedankenaustausch und können durch uneingeschränkten und verständnisvollen Dialog vermitteln. So auch in diesem Zusammenhang, mitten in den anhaltenden und verheerenden Wirren des nahen Ostens, welche uns alle auf individuelle Weise tief berühren.
Musik ist die Sprache des Herzens und der Gefühle. Musik lehrt das Zuhören und legt dadurch die Basis für Akzeptanz und Kooperation. Musik braucht kein Wörterbuch, kennt keine Grenzen und lässt unterschiedlichste Interpretationen zu. Musik überwindet Gegensätze, schlägt Brücken zwischen Generationen, Kulturen und Religionen, fordert und fördert tolerantes Miteinander und impliziert eine Atmosphäre des Vertrauens und Verstehens. Musik ist lebendig, vielfältig und wandelbar, sie zeigt unendlich viele Facetten, Varianten und Spielarten.
Meine Musik soll die Arbeit von Esther, aber auch die Anstrengungen aller anderen Grenzüberschreitern in diesem Kontext unterstützen, bestätigen, ermuntern und weiterführen.
Das abendfüllende Programm beinhaltet zusätzlich zur 30-minütigen «Elegie» eine Kantate von J. S. Bach und ein Chorwerk aus dem jüdischen Kulturkreis.
Geplant sind Konzerte in Chur, Zürich, St. Gallen und Liechtenstein im November 2009.
Im Gegenzug organisiert der Chor Auftritte in Israel im Januar 2010.
Kanonartige Eröffnung durch die Streicher, die sich zum gequälten Aufschrei «Warum?» auftürmt; gefolgt von einer pulsierenden Melodie des Cellos unter den verspielten Phrasen von Oboe, Querflöte, Klarinette und Fagott. Ein Blitz fährt aus heiterem Himmel herab und beendet jäh das unbeschwerte Treiben. Der Chor fordert die Zuhörer auf: «Komm mit in meine dunkeln Träume...» Im Wechselspiel von Chor und Orchester werden die Themen weiterentwickelt und gipfeln in der bangen Frage «Wo darf die Blume Blüte bleiben wenn Früchte früh im Fallen sind?»
4 Variationen über ein Thema, das mehrheitlich aus Ganztonleitern besteht und vom Chor mit dynamischen Schattierungen interpretiert wird.
Soloviolinen flirren zart über einem fliessenden 6/8-Rhythmus der Streicher, in welchen wehmütige Soli der Bläser eingewoben sind. Durch diese entrückte Atmosphäre dringt eine Männerstimme und vermittelt im 3/4-Takt das gedämpfte Empfinden eines düsteren und regnerischen Tages.
Lautmalerisch begleiten Tenor und Bass den von Sopran und Alt im Duett vorgetragenen Text, derweil die Streicher in wellenförmigen Mustern das Aufbäumen und Zusammenfallen symbolisieren. Zwiegespräche der Bläser erhellen in kurzen Wiederaufnahmen der Gesangsmelodie die unabänderliche Szenerie.
Ein Wechselspiel von Solostimmen und Chor in einem expressionistisch angehauchten Stimmungsbild.
Orchesterstürme brausen über das Land, eine weibliche Stimme besänftigt mit der Unterstützung des Fagotts die aufgebrachten Elemente und bringt sie zum Erlahmen.
Das Bläserquartett legt in einem repetitiven, kontinuierlich veränderten Akkord die harmonische Basis, über welcher der Chor einen Hoffnungsschimmer erahnen lässt und das Werk zu einem versöhnlichen Ausklang führt.